
20-Jähriger aus Warnemünde macht sich vom Kinderzimmer aus selbstständig
Jonas Uhlig (20) erarbeitete sich als Kind knapp 75.000 Euro – und verzockte das Geld fast komplett. Mit dem Rest startet der Warnemünder jetzt als Gründer durch.
Johann Holznagel (links) und Hanjo Köppe freuen sich über die erste Flasche aus der ersten Abfüllung ihres eigenen Gins.
© Quelle: Christopher Gottschalk
Handgemacht von der Ostsee und mit Zutaten von hier: Hanjo „Heino“ Köppe (22) und Johann „Gerald“ Holznagel (25) haben das hochprozentige Getränk in Eigenregie auf den Markt gebracht. Wie der Gin in Greifswald und auf Usedom entsteht und welche Zutaten aus MV ihn so besonders machen.
Greifswald. Mit 86 Prozent Alkoholgehalt kommt ihr Destillat in Greifswald an. Hanjo „Heino“ Köppe und Johann „Gerald“ Holznagel fügen Wasser hinzu, um die Trinkstärke von 44 Prozent zu erreichen – nach zwei Wochen Lagerung in eigens gefertigten Keramikflaschen hat der Gin sein Aroma entwickelt und geht damit auf den Markt. Oder besser: in die Gläser von Holznagels Gästen, der Inhaber der Bar „Westend“ ist. Auch in den Restaurants „Goldmarie“, „Tischlerei“ und der Bar „Affenfelsen“ werde der Tropfen angeboten, sagt Holznagel. „Wir wollen auch in den Einzelhandel damit“, so der 25-Jährige. Bisher sind die beiden einzig im Regionalladen im Koeppenhaus vertreten.
Von der ersten Idee bis zur fertigen Flasche des „Gerald & Heino’s Handcrafted Baltic Dry Gin“ seien vier Jahre vergangen, erinnert er sich. Hanjo ist der Freund von Geralds Schwester. Am Anfang mochten sich die beiden nicht so recht, doch mit der Zeit wuchs die Sympathie und der Wille, etwas Eigenes auf die Beine zu stellen. „Wir haben viel probiert und experimentiert. Nimmt man eine Zutat heraus, kommt eine andere zu stark in den Vordergrund“, sagt Hanjo, Medizinstudent an der Uni Greifswald.
Grundzutat für Gin ist Wacholder. In der Greifswalder Variante findet sich laut Hanjo Mammutbaum aus Opas Garten. Den Sanddorn bekommen sie aus Ludwigslust, eine Teemischung bestellen sie in Pulow (Ortsteil von Lassan). Der Rest ist eine Mischung aus Kardamom, Mango, Szechuanpfeffer, Rosmarin und Koriander. „Trotz seiner 44 Prozent Alkoholgehalt ist es ein leichter Gin“, sagt Johann.
Johann Holznagel (links) und Hanjo Köppe lassen ihr Gin in Keramikfaschen abfüllen, die wiederverwendet werden.
© Quelle: Christopher Gottschalk
Der Feinbrand mit 86 Prozent entsteht auf der Insel Usedom in Mölschow, in der Destillerie von Jörn Schnapke. Greifswald hat keine eigene Brennerei, weswegen die beiden Gin-Freunde auf einen regionalen Partner setzen wollten.
Stundenlang waren sie in der Brennerei dabei, als ihre Mischung durch die Rohre floss. Dabei mussten sie ständig prüfen, ob das, was aus dem Hahn tropft, noch ihrem Geschmack entspricht. Das fertige Destillat ging nach Greifswald. „Gerald und Heino“ – wie sie von Freunden genannt werden – füllen nicht nur ab. Sie beschriften die mit einem Greifen verzierten Flaschen mit Nummern, unterschreiben, bedrucken die Korken und ziehen die Schutzfolie selbst auf. „Wie viel 300 Flaschen sind, weiß man erst, wenn man jede dreimal am Tag in der Hand gehabt hat, aber es hat sich gelohnt“, sagt Gerald Holznagel.
Die Keramikflaschen kaufen sie von ihren Kunden für zwei Euro zurück, wenn sie in der Bar „Westend“ abgegeben werden, geöffnet ist Montag bis Samstag ab 20 Uhr. Damit wollen sie ihren Teil zur Nachhaltigkeit leisten. In ihrer ersten „Batch“ (deutsch: Charge) bringen sie 332 Flaschen raus. Mehr sollen folgen. Der halbe Liter kostet 33 Euro und ist auch auf ihrer Webseite zu bestellen.

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