Warnemünde. Zwischen Lego und bunten Postern kommen wahrscheinlich die wenigsten Jungs zu Hause darauf, womit sie später mal Geld verdienen wollen. Für den Warnemünder Jonas Uhlig (20) hingegen stand schon früh fest: „Ich möchte mich selbstständig machen.“
Eine neue Idee am Strand von Warnemünde
Uhlig studiert seit 2024 Wirtschaftsingenieurwesen an der Universität Rostock. Er liebt es, im Sommer am Strand seiner Heimat Warnemünde zu liegen. „Doch selbst die schönste Freizeitbeschäftigung wird irgendwann langweilig“, stellte er fest.
Am Strand entstand auch seine neueste Geschäftsidee. Denn wer spontan Lust auf eine Runde Beachvolleyball hat, muss oft erst Mitspieler suchen. Ein neues soziales Medium soll Abhilfe schaffen. Uhlig entwickelte eine App, bei der sich sowohl Anbieter als auch Interessenten miteinander vernetzen können – nicht nur für bezahlte Sportaktivitäten.
Auch private Spieleabende oder Konzertbesuche sollen leichter und erfolgreicher organisiert werden. Nebenbei lernt man neue Menschen kennen.
„Im Gegensatz zu Instagram soll man nicht abends sehen, was andere gemacht haben, sondern sich inspirieren lassen, was man selbst noch machen möchte“, sagt der Erfinder.
Von der Idee bis zur Verwirklichung
Erfahrungen mit App-Programmierungen hatte Uhlig anfangs nicht. Zusammen mit einem Freund informierte er sich: „Wir haben uns Tutorials auf Youtube angesehen und eine Beratungsdienstleistung von Entwicklern in Anspruch genommen.“
Wissensdurstig und experimentierfreudig war Uhlig immer. „Ich habe schon immer gerne an ‚Jugend forscht‘-Wettbewerben teilgenommen“, sagt der Gründer. Bevor es zur großen Investitionsphase für die Software kam, stieg sein Geschäftspartner jedoch aus.
Gründung mit fast verzocktem Eigenkapital
Das notwendige Kleingeld hatte der Warnemünder dennoch. Uhlig arbeitete schon mit 14 in seinen Ferien als Kellner und sparte sich mehr als 2000 Euro zusammen.
Mit 15 investiere er dieses Geld in Aktien. Er profitierte vom Trading-Hype der Corona-Zeit und erwirtschaftete zwischenzeitlich etwa 75.000 Euro. Er erinnert sich: „Das war nur Glück. Ich hab immer nur auf ‚Kaufen‘ geklickt, selbst als die Kurse gefallen sind.“
Die Konsequenz: ein geschrumpftes Kapital von 7000 Euro und eine lehrreiche Erfahrung, mit Geld besser umzugehen. Für die finale Entwicklung der App – fünf Jahre später – reichte es dennoch.