Existenzgründerpreis

Ex-Hobbybäckerin eröffnet eigene Bäckerei in Kröpelin – Kunden können beim Backen zusehen

Bild von Cora Meyer

Cora Meyer

Grit Steußloff baut sich im Bahnhof in Kröpelin eine Erlebnisbäckerei und Patisserie auf.
Die Gäste sollen ab August dort auch draußen sitzen können.
© Quelle: Cora Meyer

Mit ihrer Erlebnisbäckerei Teiggeflüster im Kröpeliner Bahnhof (Landkreis Rostock) erfüllt sich Grit Steußloff einen Lebenstraum. Dabei setzt sie auf einfache Backweise und moderne Bestellmethoden. Ihr Wissen will sie auch an andere weitergeben.

Kröpelin. „Ich wachse mit meinen Aufgaben“, sagt Grit Steußloff. Und die sind um einiges gewachsen: Die einstige Hobbybäckerin hat sich Stück für Stück eine eigene Existenz aufgebaut – und steht nun kurz vor der Eröffnung der Erlebnisbäckerei und Patisserie Teiggeflüster im Bahnhof in Kröpelin (Landkreis Rostock). Am 2. August um 13 Uhr geht es los.

Die Menschen im Ort würden sich freuen, dass das Gebäude endlich wieder belebt werde. „Wir machen das aber nicht nur für die Kröpeliner, sondern wollen ein Angebot für die Region schaffen“, sagt Grit Steußloff.

Brot und Backwaren im Internet bestellen

In Kröpelin fehle vor allem ein Café mit Konditorei. Doch das ist nur ein Teil ihres Angebots. Wenn die passionierte Bäckerin mittwochs bis freitags von 13 bis 18 Uhr und sonntags von 11 bis 18 Uhr öffnet, werden auch Brot und Kleingebäck zu kaufen sein. „Wir wollen auf Bedarf backen.“

Die Kunden können ihr Brot vorher im Internet oder telefonisch bestellen und dann abholen. „Wer bei uns ans Fenster klopft, kann natürlich auch eine Bestellung aufgeben“, sagt Grit Steußloff.

Gebacken wird am Tag

In der Erlebnisbäckerei können die Kunden dann dabei zusehen, wie die Backwaren entstehen: Der Blick in die Backstube ist frei und gebacken wird hier tagsüber – auch zum Wohle der Mitarbeiter. „Wir wollen keine Nachtschichten haben, die Leute sollen es mit ihrem Leben verbinden können.“

Bislang hat die Bäckerin 2,5 Mitarbeiter, perspektivisch sollen in der Produktion aber mindestens fünf helfen. „Wir wollen auch Markttage machen und Märkte in der Umgebung besuchen.“

Natürliche Inhaltsstoffe und Sauerteig

Wichtiger als eine Ausbildung sei, dass die Mitarbeiter Spaß an der Sache hätten. „Das hier ist eine ganz andere Art zu backen als die konventionelle.“ Grit Steußloff arbeitet mit Sauerteig, ohne künstliche Zusätze und Farbstoffe und verwendet Hefe nur in „homöopathischen Dosen“, wie sie sagt. Das bedeutet: mehr Aufwand und längere Garzeiten.

Wie das geht, kann man von ihr lernen: Grit Steußloff gibt in der Erlebnisbäckerei Backkurse.

Mit Backkursen fing alles an

Mit ihnen fing für die ehemalige Pädagogin alles an. Als Autodidaktin führte sie Hobbybäcker in die Geheimnisse von Sauerteig und Co. ein – so erfolgreich, dass sie selbst Aufträge bekam. Ohne Meisterbrief durfte Grit Steußloff jedoch kein Brot verkaufen. „Außerdem wollte ich meinen Ofen für die Kurse nicht immer rein und raustragen.“

Die Handwerkskammer bewilligte ihr schließlich eine Ausnahme und Grit Steußloff durfte 2022 ihre Fach- und Sachkundeprüfung zur Bäckerin ablegen. 2024 holte sie die für die Konditorei nach. „Das habe ich für die Kröpeliner gemacht.“ Parallel trieb sie den Plan der Erlebnisbäckerei im Bahnhofsgebäude voran. „Im August 2024 begann der Ausbau, Ende Mai wurde sie übergeben.“

Veranstaltungen und Café-Terrasse

Die Erlebnisbäckerei Teiggeflüster soll auch ein Treffpunkt sein. Einmal im Monat plant Grit Steußloff einen Pub-Abend. Außerdem sollen sich Gruppen aus dem Ort hier treffen können. Im hinteren Teil der Bäckerei finden die Backkurse statt, der Raum könne aber auch für Veranstaltungen genutzt werden.

Und wer möchte, kann auch vor dem denkmalgeschützten Bahnhof sitzen und Kaffee trinken. Grit Steußloff und ihre Unterstützer haben Möbel gezimmert, ein großer Schirm wird die Besucher vor Sonne und Regen schützen.

Frauen zur Gründung ermutigen

Nicht zuletzt hofft Grit Steußloff, dass sie mit ihrem Café auch andere Frauen motivieren kann, sich eine Unternehmensgründung zuzutrauen. Man müsse natürlich eine gewisse Verrücktheit haben, sagt sie. Und viel Vorbereitung und Planung.

„Alles braucht seine Zeit. Und einige Prozesse kann man einfach nicht beeinflussen.“ Letztendlich gehe es nur mit Unterstützung. „Ich hätte das alleine nie geschafft!“

Facebook
Twitter
LinkedIn

Das könnte Sie auch interessieren: