
20-Jähriger aus Warnemünde macht sich vom Kinderzimmer aus selbstständig
Jonas Uhlig (20) erarbeitete sich als Kind knapp 75.000 Euro – und verzockte das Geld fast komplett. Mit dem Rest startet der Warnemünder jetzt als Gründer durch.
Landschaftsplanerin und Gartengestalterin Vreni Zimmermann von der Baumschule Rügen steht auf dem Gut Rosengarten bei Garz zwischen Tausenden weißen Hortensien.
© Quelle: Christian Roedel
Prächtig entwickelt hat sich das junge Unternehmen, das 2024 den Hauptpreis beim OZ-Existenzgründerwettbewerb gewann. Die Baumschule Rügen kann sogar mit einer Weltpremiere aufwarten. OZ sprach mit Gründer Florian Wolf über neue Kunden, Angebote und Mitarbeiter.
Gingst. Stauden, Heckenpflanzen, Bäume, Bewässerungssysteme – das bieten viele Baumschulen, Bau- und Gartenmärkte an. Aber auch Beratung für die Gartengestaltung? Gartenpflege? Baumschnitt-Workshops? Kübelpflanzenverleih? Pfandsystem für Pflanztöpfe? Klimabäume, die mit der zunehmenden Erwärmung und länger anhaltender Trockenheit besser zurechtkommen? Nachhaltig produzierte heimische Blumen? Selbst zusammengestellte Sträuße? Blumendeko mit biologisch abbaubarer Steckmasse?
Und was ist seither passiert? Was hat die Auszeichnung – von 4000 Euro Preisgeld mal abgesehen – gebracht? „Zuerst mal jede Menge Resonanz“, erklärt Wolf. Beiträge in der OZ, in sozialen Netzwerken wie Instagram oder Facebook. „Kunden von überall her haben mich darauf angesprochen“.
Die zusätzlichen 6000 Euro Mediabudget habe er noch gar nicht eingelöst. „Das muss ich mir noch vornehmen.“
Landschaftsplanerin und Gartengestalterin Vreni Zimmermann und Gründer Florian Wolf von der Baumschule Rügen steht auf dem Gut Rosengarten bei Garz zwischen Tausenden weißen Hortensien.
© Quelle: Christian Roedel
Zudem gab es – wohl auch ob der medialen Präsenz – etliche Bewerbungen auf Jobangebote. Am Ende habe er einen Gärtner und eine studierte Garten- und Landschaftsplanerin eingestellt. Damit könne das Unternehmen jetzt Landschaftsplanung und -gestaltung aus einer Hand anbieten, betont Wolf. Nicht alltäglich und positiv für Kunden wie Kurverwaltungen oder Kommunen. Unter anderem habe man bereits den „Park der Sinne“ am Schmachter See in Binz und den Kurpark in Göhren neu geplant.
Als Wolf Ende 2020 seine Baumschule im Gingster Ortsteil Haidhof gründete, war kaum abzusehen, dass sich sein Ein-Mann-Nebenerwerbsbetrieb so rasant entwickeln würde. Die Baumschule Rügen versorgt mittlerweile mit neun Festangestellten plus Saisonkräften Kommunen, Gartencenter, Unternehmen und Privatleute in ganz MV und darüber hinaus mit Bäumen, Stauden und anderen Gewächsen. Sie bepflanzt Alleen und Parks, pflegt Gärten von Privatleuten, Ferienwohnungen, Hotels.
Neuster Coup – inspiriert von der Rose „Hansestadt Rostock“: eine eigens gezüchtete Blume. „Eine schneeweiße Rispen-Hortensie – die erste Pflanze von der Insel Rügen“, erklärt Wolf. Ihr Name: „Kreidefelsen“. 10.000 Exemplare, jeweils 60 Zentimeter hoch, habe die Baumschule schon in den Töpfen. Am 27. September soll die Neuzüchtung auf Rügen getauft werden. Wo genau? Natürlich am Königsstuhl. Taufpate: Landesumweltminister Till Backhaus (SPD).
Florian Wolf, Gründer der Baumschule Rügen, zeigt das Etikett der neuen Hortensie „Kreidefelsen“.
© Quelle: Christian Roedel
Ab 29. September soll die Hortensie dann mit EU-Markenschutz in vielen Bau- und Gartenmärkten auf Rügen, in Stralsund und darüber hinaus verkauft werden. Und am mittlerweile zweiten Standort der Baumschule: auf Gut Rosengarten bei Garz auf Rügen. Hier hat die Baumschule Produktionsflächen gepachtet. „Und den alten Gutspark kartiert sowie alle Bäume beschriftet“, so Wolf.
Zurück zur neuen Hortensie (Hydrangea paniculata): „Unsere Züchtung ist robust – nicht so mimosenhaft wie viele Bauern-Hortensien“, erklärt Florian Wolf. Die Pflanzen würden auch Wind, sonnige Standorte und Frost vertragen. Und benötigten keine teure Hortensien-Erde, versichert er. „Das ist doch alles Geldschneiderei!“
Apropos schneiden – noch ein Tipp vom Profi: „Jeweils im März sollte man die neue Hortensie auf die Hälfte runterscheiden“, erklärt Wolf. Um so besser blühe sie – „und zwar am neuen Holz“.

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Mit ihrer Erlebnisbäckerei Teiggeflüster im Kröpeliner Bahnhof (Landkreis Rostock) erfüllt sich Grit Steußloff einen Lebenstraum. Dabei setzt sie auf einfache Backweise und moderne Bestellmethoden. Ihr Wissen will sie auch an andere weitergeben.

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